4 Tage im Karwendel

4 Tage im Karwendel gewandert

Die erste Gebirgsausfahrt dieses Jahres führte die Bezirksgruppe Nürtingen Ende Juni in das Karwendelgebirge. Teilnehmer waren 7 Mitglieder und 2 Gäste, die Führung hatte unser bewährter Wanderführer Alfons Großmann.

Die Fahrgemeinschaften trafen sich nach gemeinsamer Anfahrt am Parkplatz in Scharnitz. Wie dort üblich, wurde der erste Teil des Anstiegs bis zur Kastenalm mit einem Taxibus zurückgelegt. Von dort aus erfolgte der Fußmarsch mit den geschulterten Rucksäcken am Lafatschbach entlang über die Lafatsch-Alm und die Kohler-Alm zum Hallerangerhaus auf 1768 m Höhe. Es war warm und schwül und nach der Ankunft musste zuerst der Flüssigkeitshaushalt wieder in Ordnung gebracht werden, bevor die Quartiere bezogen wurden.


Die Teilnehmer

Am Sunntig (Sonntag) auf den Sunntiger
Am späteren Nachmittag erfolgte noch der Aufstieg auf den Tagesgipfel, die Sunntiger-Spitze mit 2322 m Höhe mit einer umfassenden Rundsicht auf die nahe gelegenen Gipfel des Karwendel-Hauptkamms. Über Innsbruck hatten sich zwischenzeitlich Gewitterwolken gebildet, die sich über das Lafatscherjoch näherten, so dass eiliger Abstieg angeraten war. Trotzdem erwischte uns ein Regen- und Graupelschauer und wir mussten auf der Hallerangeralm kurze Zeit unterstehen. Die Wirtsleute, das Ehepaar Seger mit Mitarbeitern, kümmerten sich vorbildlich um uns, die Hütte war allerdings auch nur mit wenigen Gästen belegt, wahrscheinlich eine Folge der vom Wetteramt angekündigten Wetterverschlechterung. Das Abendessen mundete nach diesem erfüllten Tag vorzüglich und bereits vor der offiziellen Hüttenruhe wurden die Betten aufgesucht.


Das Hallerangerhaus

Auf die Speckkarspitze
In der Nacht regnete und stürmte es, so dass wir am nächsten Morgen mit sorgenvollen Blicken zum Himmel schauten. Während des Frühstücks putzte sich dieser aber und es wurde immer sonniger, so dass wir den Aufstieg auf die Speckkarspitze 2621 m und den Übergang zur Bettelwurfhütte guten Muts antreten konnten. Unser Weg führte am Klettergarten vorbei in Richtung Lafatscher Joch, dann sehr steil und in kleinen Kehren auf den Gipfel, wo uns ein heftiger Wind empfing. Die Aussicht gegen Süden zum Alpenhauptkamm war traumhaft klar, viele Gipfel konnten bestimmt werden. Der Abstieg führte uns über den Westgrat in leichter Kletterei abwärts (aufwärts wäre es noch schöner gewesen!) zurück zum Lafatscher Joch und auf dem Weg 222 in fast gleich bleibender Höhe zur Bettelwurfhütte auf 2077 m Höhe. Das jung vermählte Wirtspaar, das die Hütte neu übernommen hatte, empfing uns sehr freundlich und wir fühlten uns wieder sehr wohl. Der Blick ins Inntal auf Hall, Absam und Mills war, vor allem in der Abenddämmerung, grandios - unten das rastlose Gewusel, oben die himmlische Ruhe.


Vor der Bettelwurfhütte

Wie jedes Jahr - Schnee!
Für den nächsten Tag war zuerst die Besteigung des großen Bettelwurfs geplant. Da es jedoch in der Nacht wieder regnete und stürmte und sogar Neuschnee gefallen war, konnte diese nicht erfolgen. Wie am Vortag besserte sich das Wetter jedoch wieder, und der Weg zur Pfeishütte konnte angetreten werden. Zurück zum Lafatscher Joch und von dort aus über den Wilde Bande-Steig ging es ohne größere Höhenunter-schiede zum Stempeljoch.


Am Wilde Bande-Steig mit Speckkarspitze

Der Aufstieg mit ca. 150 Höhenmetern war sehr steil und geröllig, hier waren die Wanderstöcke unverzichtbar. Der Weg war aber in gutem Zustand, schlechtere Wegteile wurden von 2 einheimischen Bergfreunden ausgebessert und gesichert. Oben am Joch empfing uns wieder ein steifer, kalter Wind, so dass wir uns nicht lange aufhielten. Unser Weiterweg führte durch grüne Wiesen zur gut belegten Pfeishütte 1922 m, wo wir ebenfalls gut untergebracht waren.


Die Pfeishütte

Auf Goethes Spuren?
In der Nacht regnete und stürmte es wieder, aber wie an den vorherigen Tagen besserte sich das Wetter im Verlaufe des Frühstücks, so dass wir wieder ohne Regenkleidung den Goetheweg zum Hafelekar begehen konnten. Ein größerer Aufstieg über grüne Wiesen erwartete uns an der Mannlscharte, von dort aus führte der Weg felsig fast eben und sehr gut ausgebaut zum Gleierschjöchl und zur Gipfelstation der Hafelekar-Seilbahn, diese nahmen wir für den Abstieg nach Innsbruck gerne in Anspruch.


Auf dem Goetheweg

Mit Bus und Bahn erreichten wir wieder unsere Fahrzeuge in Scharnitz. Beim Aussteigen aus dem Zug erwischte uns zum Abschluss der Tour nochmals ein Regenschauer, ansonsten war das Wetter besser wie vom Wetterbericht angekündigt, zwar sehr windig und frisch, aber tagsüber trocken und sonnig mit freien Bergen und herrlichen Kalender-Wolken.

Text: Dieter Bopp
Fotos: Siegfried Stoll


INFO
Hütten:
Hallerangerhaus, Sektion Schwaben, Fam. Seger, Tel. 0043-5213-5326
Bettelwurfhütte, ÖAV Innsbruck, Fam. Leiter, Tel. 0043-5223-53353
Pfeishütte, ÖAV Innsbruck, Frau Gstrein, Tel. 0043-512-292333


Karte:
DAV-Karte Karwendel, mittleres Blatt



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