Laufbacher Eck und Jubiläumsweg


Vom 2. bis 4. Juli machte sich eine Gruppe von 11 Mitgliedern unserer Bezirksgruppe mit Bahn und Bus auf den Weg ins Allgäu nach Hinterstein und zum Giebelhaus. Da wir dort um die Mittagszeit ankamen, machten wir eine größere Pause und stärkten uns für den Aufstieg auf das Edmund-Probst-Haus. Das Wetter war herrlich, der Himmel wolkenlos, zwar warm und schwül, aber ohne Gewitterneigung. Auf dem Fahrweg zum Engeratsgundhof und zur Unteren Wengen-Alpe kamen wir rasch voran. Nach der Bäch-Hütte waren jedoch nur noch Trittspuren vorhanden und wir mussten uns den Weg teilweise durch Erlengebüsch bahnen, ab der Oberen Wengen-Alpe war der Weg aber wieder gut sichtbar und ausgetreten.



Eine Pracht waren die Almwiesen, auf denen als Folge des langen Winters, Frühlings- und Sommerblumen gemeinsam blühten. Am späteren Nachmittag erreichten wir das Edmund Probst-Haus (1.925m) auf dem Nebelhorn. Von den Wirtsleuten erhielten wir 3 4-er Zimmer und erkundeten danach die Umgebung.

Es war ersichtlich, dass zur Winterszeit hier "der Bär los" ist, sommers meist nur Tagesgäste hochkommen, oder Bergsteiger übernachten, die den Hindelanger Klettersteig begehen wollen. Karin und Renate ließen es sich nicht nehmen, noch den Nebelhorn-Gipfel (2.224 m) zu erklimmen, wir anderen belegten einige Liegestühle, ruhten uns aus und genossen die Abendsonne. Das Abendessen und das Frühstück am nächsten Morgen waren schmackhaft und reichlich, die Wirtsleute und das Personal sehr freundlich.

Ziel unserer Bergwanderung am zweiten Tag war der Laufbacheckweg und das Prinz- Luitpold-Haus. Früh morgens schulterten wir unsere Rucksäcke, denn es waren wieder hochsommer-liche Temperaturen angesagt. Auf dem Höhenweg ging es südseitig an den



Seeköpfen, dem markanten Schochen und dem Lachenkopf vorbei zunächst zum Laufbacher-Eck (2.179 m), das in steilem Auf- und Abstieg überschritten wurde. Dominierend im Bergpanorama war die Höfats mit ihren steilen Gras- und Felsflanken. Die Osthänge des Rotkopfs, des Schnecks mit seiner unverwechselbaren Form und des Himmelecks wurden traversiert.

Am tiefsten Punkt des Tages erreichten wir die Schönberg-Hütte, von wo aus wir ein Rudel Gämsen mit ihren Kitzen beobachten konnten, die in der Gipfelregion über ein Schneefeld



zogen und dabei allerlei "Bocksprünge" vollführten. Nach der problemlosen Überschreitung desStierbachs stieg der Weiterweg bis zum Prinz Luitpold-Haus (1.846 m) wieder stetig an. Nach etwa 5 Stunden Gehzeit erreichten wir die Hütte, bezogen unsere Zimmer und saßen auf der Terrasse vor der Hütte. Auch hier waren wir gut untergebracht und bewirtet. Leider waren Wolken aufgezogen und der Wind frischte auf. Karin und Herbert bestiegen noch den Wiedemerkopf (2.165 m). Abends kamen wir ins Gespräch mit anderen Touristen, die größtenteils den Hochvogel (2.593 m) besteigen wollten, dessen Gipfelkreuz von der Hütte aus gut zu sehen war. Bei gleichen Lichtverhältnissen schien es auf dem Kreuzspitz-Grat zu stehen, nur bei unterschiedlicher Beleuchtung der Berge durch Sonne und Schatten war ersichtlich, dass der Hochvogel noch weit hinter der Kreuzspitze steht und auch wesentlich höher ist.



Am dritten und letzten Tag, das Wetter hatte sich wieder gebessert, stiegen wir zur Bock-karscharte hinauf, anschließend steil über ein Geröllfeld wieder etwa 300 m hinab. Der Jubiläumsweg führt fast eben ostseitig durch Bergwiesen vorbei an Glasfelderkopf und Sattelkopf zum Notländ, einer flachen Einsattelung, wo wir rasteten.



Interessant waren die geologischen Gesteinsfaltungen, die überall zu sehen waren. Vorbei am Schänzlekopf erreichten wir die Südabstürze des Lahnerkopfs, die wir auf einem ausgesetzen Felsensteig querten. In der Lahnerkopf-Scharte, von der eine Abzweigung zur Landsberger Hütte führt, wechselten wir wieder die Gratseite und standen oberhalb des sehr schön gelegenen Schrecksees mit seinen ihn umgebenden Gipfeln Älpelekopf, Lahnerkopf, Kastenkopf, Kälbelesspitze, Kirchendach, Knappenkopf, Kugelhorn und Rauhhorn, auch der Blick ins Hintersteiner Tal bis hinaus zum Grünten war sehr schön.

Unser Rückweg ins Tal führte zunächst über eine felsige Steilstufe, dann über Almen und wieder steil hinab in den Bergwald. Als wir im Tal die Straße nach Hinterstein erreichten, kam kurz darauf der Pendelbus, die Fahrerin hielt an und nahm uns mit. Dies ermöglichte uns, von Sonthofen aus einen früheren Zug zu benutzen, der uns pünktlich zum WM-Spiel der deutschen Mannschaft wieder nach Nürtingen brachte.




Text:
Dieter Bopp

Fotos:
Horst Haninger und Siegfried Stoll





Zum Herunterladen: Laufbacher Eck und Jubiläumsweg 2006 im pdf-Format.


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